… Christian Lohff, Fleischermeister und Lehrlingswart des Fleischer-Verbands Schleswig-Holstein

Welche Voraussetzungen sollten angehende Fleischer*innen erfüllen?

Eine freundliche Ausstrahlung und ein gewisser Ehrgeiz sind schon die halbe Miete. Wer sich für eine Ausbildung im Fleischerhandwerk interessiert, sollte zusätzlich Spaß an Teamwork haben. Ob in der Produktion oder im Verkauf – in der Gruppe geht vieles eben leichter von der Hand. Grundsätzlich kann eine praktischeVeranlagung ein Plus in der Ausbildung sein.

Welche Schwerpunkte gibt es in der schulischen Ausbildung?

Im ersten Lehrjahr dreht sich zunächst alles um das Thema Nahrungsmittelhygiene. Besonders im Umgang mit Fleisch- und Wurstwaren gibt es hier einiges zu

beachten. Außerdem werden wichtige Berufsgrundlagen vermittelt. Auf dieser Basis geht’s im zweiten Lehrjahr dann um die Herstellung von Fleisch- und Wurstwaren, z. B. um Zerlegetechniken und die Wurstproduktion. Im dritten Lehrjahr beschäftigen sich die Auszubildenden mit ihren jeweiligen Spezialisierungen. Zu Beginn der Ausbildung entscheidet sich jede*r Fleischer*in für zwei von sechs sogenannten Wahlqualifikationen.

Ist Fleischer*in ein Beruf mit Zukunft?

Ja, auf jeden Fall. Gerade die vergangenen Monate haben gezeigt, dass das Fleischerhandwerk in Krisenzeiten unerlässlich ist. Wir tragen mit unserer Arbeit zur Nahversorgung der Bevölkerung bei, wir sind systemrelevant. Durch unsere enge Zusammenarbeit mit ortsansässigen Landwirten und anderen Partnern stärken wir gleichzeitig regionale Strukturen. Mit unserer Kernkompetenz in Sachen Lebensmittel sind wir für viele Verbraucher*innen zusätzlich vertrauensvolle Ansprechpartner rund ums Thema gesunde Ernährung.