Zahlen nach Newmeat 1/22

Klimawandel, alternative Proteine, vegane Ersatzprodukte, Kulturfleisch – unsere Ernährung wird täglich in den Medien diskutiert. Manche meinen bereits, die Berufe des Fleischerhandwerks werden an Bedeutung verlieren und aussterben. Das Gegenteil ist der Fall: Das Fleischerhandwerk war noch nie so wichtig wie heute und die Herausforderungen, denen es sich stellt, werden zusehends anspruchsvoller. Noch immer essen fast 90 Prozent aller Menschen in Deutschland regelmäßig Fleisch und Wurstwaren. Und auch wenn der durchschnittliche Fleischverbrauch pro Bundesbürger von Mitte der 90er Jahre bis heute um fünf Kilo auf circa 55 Kilo pro Kopf gesunken ist: Hochwertige Ware aus dem Fleischerfachgeschäft wird verstärkt nachgefragt. Dem Fleischerhandwerk geht es gut, viele Fachgeschäfte würden gern Auszubildende und Fachkräfte für Produktion und Verkauf einstellen. Doch die sind auf dem Arbeitsmarkt zurzeit kaum zu finden.

Ein verantwortungsvoller und abwechslungsreicher Job

Auf die Berufsanfänger*innen wartet ein verantwortungsvoller und abwechslungsreicher Job. Moderne Fleischereien investieren in CO2- und energiesparende Maschinen und Arbeitsgeräte, reduzieren Verpackungen, führen Mehrwegsysteme ein, digitalisieren ihr Hygienemanagement, organisieren Caterings und Events, kennen sich aus mit New Cuts von Rind und Schwein, bauen den eigenen Webshop aus und vieles mehr. Hinzu gekommen ist in den vergangenen Jahren die Verantwortungsgemeinschaft mit Landwirtschaft und Schlachtunternehmen.

Immer mehr Fleischerfachgeschäfte kooperieren mit regionalen Landwirt*innen, beziehen Strohschweine und artgerecht gehaltene Rinder aus der Region für die Herstellung eigener Fleisch- und Wurstwaren. Handwerksbetriebe beschäftigen Menschen aus der Nachbarschaft und stärken regionale Wirtschaftskreisläufe und Strukturen. Darin liegt die Zukunft: artgerechte Tierhaltung, kurze Wege und faire Zusammenarbeit mit Landwirt*innen und Schlachtunternehmen.

„Gemeinsames Handeln ist wichtig: gegen Klimawandel, für artgerechte Tierhaltung und starke Wirtschaftskreisläufe in den Regionen.“
Herbert Dohrmann, Landesinnungsmeister des Fleischerverbandes Niedersachsen/Bremen und Präsident des Deutschen Fleischerverbandes

Und wer Gutes tut, der soll auch darüber reden! Die Kommunikation über das eigene Handeln gewinnt auch im Fleischerhandwerk immer mehr an Bedeutung. Gerade für die junge Generation von Fleischer*innen und Fachverkäufer*innen gehört Social Media deswegen genauso zum Handwerkszeug wie Stechschutz und Messer.

 

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